Sonntag, später Nachmittag und das letzte Lichtlein brennt. Den Blick begeistert auf die flackernden Flammen gerichtet überrumpelt einen das flaue Gefühl im Magen, denn die glanzvollen Tage stehen unmittelbar bevor. Überladene Schaufenster, Menschen mit Schaum vor dem Mund und stark geweiteten Pupillen, auf gnadenloser Geschenkerazzia. Wer nicht gerade sein Auto, sein Haus und das geerbte Silber in Zahlung geben muss um die Kreditkartenabrechnung der letzten vier Wochen tilgen zu können steht vermutlich auf dem Weihnachtsmarkt und gibt sich fettriefenden Kalorienbomben bei einem, zwei, oder so 8-9 Tässchen Glühwein hin, um den ganzen Weihnachtsstress zu verkraften.
Freitagnachmittag dann, die Uhr schlägt fünf vor zwölf, denn plötzlich ist schon der 23., und man bedenke, dass schon übermorgen alle Geschäfte für 2 Tage geschlossen haben werden. Denkt man mal darüber nach, ist diese Panik auch definitiv berechtigt und selbstverständlich nachzuvollziehen: 2 Tage sind 48 Stunden, was im Klartext 2880 Minuten bedeutet! Weiter möchte ich das jetzt hier nicht ausführen, um Schweißausbrüche bei den zart besaiteten unter uns zu vermeiden.
Von der also drohenden Hungersnot geplagt geht es mit Dachgepäckträger, umgeklappter Rücksitzbank und dem Anhänger, der nur knapp eine Tonne fasst zum Einkaufen. Benötigt wird quasi alles: Fette, Kohlenhydrate, Eiweiße! Und Unmengen an Zucker, denn wer kennt sie nicht, die klassische Unterzuckerung an den Weihnachtsfeiertagen? Ich finde es sehr gnädig, wie viele Puten, Gänse, Enten, Wildschweine, Hirsche und Spanferkel sich selbstlos für familiäre Fressorgien zur Verfügung stellen. Nachdem prächtige Lücken in den Regalen geschaffen wurden, ist die nächste Herausforderung die 3-4 prallgefüllten Einkaufswagen zu einer der 25 extra geöffneten, und trotzdem maßlos überfüllten Kassen zu bringen, ohne etwas zu verlieren, denn das wäre fatal!
Um ein paar gute 100€ leichter, gilt es dann, den Einkauf zu verstauen, nachdem man dem lästigen Weihnachtsbaumverkäufer auf dem Parkplatz klar machen konnte, dass seine mickrige, krumme Nordmanntanne leider keinen Platz mehr im Wohnzimmer finden wird.
Um ein paar gute 100€ leichter, gilt es dann, den Einkauf zu verstauen, nachdem man dem lästigen Weihnachtsbaumverkäufer auf dem Parkplatz klar machen konnte, dass seine mickrige, krumme Nordmanntanne leider keinen Platz mehr im Wohnzimmer finden wird.
Samstagmorgen, 8.00 Uhr… nur noch gerade mal 9 Stunden bis die Verwandtschaft vor der Tür steht.
Es wird Zeit das alljährliche „Braten mit Soße, Salat und Beilage – Massaker“ zu vollziehen. Wenn danach das Tafelsilber glänzt, und Tante Gretchens bestes Porzellan formschön auf dem Wohnzimmertisch platziert ist und alle Verwandten mütterlicher und väterlicher Seite nach und nach eingetrudelt sind kann endlich die Bescherung beginnen. Die Kinder freuen sich über ein paar Süßigkeiten, kratzige Wollsocken, von Oma mit Liebe gestrickt, eine Puppe, eine Eisenbahn oder einen Teddybären und in ihren Augen leuchtet die vollkommene Zufriedenheit über das Spielzeug was sie keinesfalls nach 2 Wochen in irgendeine Ecke feuern werden.
Es wird Zeit das alljährliche „Braten mit Soße, Salat und Beilage – Massaker“ zu vollziehen. Wenn danach das Tafelsilber glänzt, und Tante Gretchens bestes Porzellan formschön auf dem Wohnzimmertisch platziert ist und alle Verwandten mütterlicher und väterlicher Seite nach und nach eingetrudelt sind kann endlich die Bescherung beginnen. Die Kinder freuen sich über ein paar Süßigkeiten, kratzige Wollsocken, von Oma mit Liebe gestrickt, eine Puppe, eine Eisenbahn oder einen Teddybären und in ihren Augen leuchtet die vollkommene Zufriedenheit über das Spielzeug was sie keinesfalls nach 2 Wochen in irgendeine Ecke feuern werden.
Vati ist begeistert über einen nur ganz leicht zu engen Kapuzenpullover in trendigem Lila und die Tante, deren Gesichtsausdruck dem einer diebischen Elster gleicht, vergleicht vermutlich gerade den Wert ihres Diamantencolliers mit dem Gutschein für ein idyllisches Wochenende auf dem Bauernhof ihrer Schwägerin und stellt beruhigt fest, sie hat eindeutig das teuerste und glamouröseste Geschenk bekommen. Darauf gönnt sie sich erst einmal noch ein Gläschen Champagner, da alles andere ihr überhaupt nicht mundet.
Nachdem gegen 9 dann die Grenzen des menschlichen Magenvolumens ultimativ ausgereizt wurden sitzt also die komplette Familie beisammen in der warmen Stube, bei den bunten Lichtern des Weihnachtsbaumes, Geruch von Nelken und Zimt und genießt den Heiligabend. … Abgesehen von den Zankereien der Kinder, die ihre Spielsachen nicht teilen wollen und sowieso viel lieber das des Anderen hätten, Vati, der immer wieder betont seine Lieblingsfarbe sei doch grün und den Großeltern, die beteuern früher hätte es das nicht gegeben und Mama lieblich verdeutlichen, sie könnten mit ihrem 5 Gänge Menü nichts anfangen und hätten Kartoffelsalat mit Würstchen bevorzugt. Diese entgegnet nur ein überdeckendes, hysterisches Lachen und räumt klappernd und scheppernd den Tisch ab.
Nachdem auch die Letzten dann endlich gegangen sind bleibt Zeit, einen klaren Gedanken zu fassen: nur noch zwei Tage um zu verdauen, das entstandene Chaos in Küche und Wohnzimmer zu beseitigen und schlaflose Nächte, Kopfschmerzen und die völlige Überbelastung der besinnlichen Weihnachtszeit auszukurieren, eh es dann wieder zur Arbeit geht. So gingen die heiligen Feiertage dahin, ruhig und Gnade bringend. Allerdings wäre beim nächsten Einkauf zu beachten, es bleiben gerade mal noch 363 Tage um Kühltruhen und Keller für das bevorstehende Weihnachtsfest zu rüsten.
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