
Es sind die großen Ereignisse, die die ganz kleinen Fragen aufwerfen, die winzigen Facetten und die Andeutungen von Zusammenhängen, die sich sonst niemals gezeigt hätten. Erst wenn wir unseren alltäglichen Kosmos verlassen, davon absehen, das zu tun, was wir immer getan haben.... oder endlich das tun, was wir schon immer tun wollten, sind, wer wir schon immer geträumt haben zu sein. Diesen Sommer hat sich so wahnsinnig viel verändert und damit meine ich nicht den Ring, der von nun an meinen Finger schmückt. Es geht um etwas viel gigantischeres, allumfassendes. Es war wie eine Explosion von Gefühlen, Emotionen, Träumen, Wünschen, Zugeständnissen, Liebesbeweisen, die ich erstmal verarbeiten muss, bevor ich darüber schreiben kann. Und so sehr ich mich auch über all das Positive freue, dass passiert ist oder jetzt mein Leben bestimmt, umso mehr zeigen sich auch die Schatten, die das neue Bewusstsein unvermeidlich mit sich bringt. Denn überall wo etwas zu leuchten beginnt, funkelt und glänzt, gibt es auch eine dunkle Seite, die ihren Tribut fordert. Man kann nicht erwarten am Boden eines tiefen Ozeans nach Perlen zu suchen und diese zu finden, ohne dabei Dreck aufzuwirbeln. Ja, ich bin sehr glücklich darüber, so viel Akzeptanz und Zufriedenheit gefunden zu haben und so manches Problem der vergangenen Jahre gelöst zu haben... aber wer hätte ahnen können, dass dabei so viel tiefgründigeres zu Tage kommt, mit dem es sich erstmal auseinanderzusetzen gilt.
Also wenn das die Lösung ist, hätte ich gerne mein Problem zurück! Natürlich nicht. ;) Ich bin dankbar dafür, endlich Klarheit oder zumindest eine Ahnung zu haben, was mich eigentlich zerwurmt. Warum ich bin, wie ich bin. Warum es so vieles gibt, wovor ich mich fürchte, vor dem ich weglaufe. Es gibt so vieles, woran ich arbeiten möchte. So vieles, was wesentlich härter wird, als alles, woran ich mich bisher versucht habe. Es wird alle bisherigen Herausforderungen lächerlich erscheinen lassen. Denn jetzt wirds persönlich.
Kein Versteckspiel mehr.
Kein nettes Lächeln, um alle zu besänftigen.
Auch wenn das bedeutet, Andere zu verletzen, oder sich dem eigenen Schmerz zu stellen. Auch wenn dass bedeutet, Gefühle zuzulassen, die bisher 3 mal verpackt und zugeklebt irgendwo sicher verstaut gewesen sind. Auch wenn das bedeutet, den Menschen zu vergeben, die mich verletzt haben, auch wenn ich das längst verdrängt oder mir nie eingestanden habe. Es wird Zeit, endlich erwachsen zu sein und sich seinen Dämonen zu stellen. Es ist Zeit zu heilen. Es ist Zeit für die nackte Wahrheit, die unschönen Tatsachen. Die unangenehmen Gespräche und die längst überfälligen Schlussstriche. Und auch wenn ich keinen Schlachtplan habe und mich alles andere als gewappnet fühle, ich nehme diese Herausforderung dankend an.
Und auch wenn ich mich jetzt eher so fühle ... mit tausend Fragen, die wie düstere Wolken über mir hängen...
....hoffe ich doch sehr, dass auch für am Ende die Sonne scheinen wird :)